Displaced-Persons-Lager

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Displaced-Persons-Lager – Zusammenfassung und Hintergrund:

Es ist Mai 1947, das Ende des Zweiten Weltkrieges. 15 Millionen Flüchtlinge durchstreifen Europa und Nordafrika und versuchen, in ihre Heimat und Ursprungsländer zurückzukehren, aus denen sie während des Krieges entwurzelt und deportiert wurden.

Eine der größten Flüchtlingsgruppen besteht aus Juden, die aus den Konzentrationslagern der Nazis befreit wurden. Ihre Welt steht Kopf. Ihre Häuser sind verwüstet, und die, die noch unversehrt sind, wurden von den Teilen der lokalen Bevölkerung, die bei den Nazis besser angesehen waren, in Besitz genommen, beispielsweise von Polen, Ukrainern, Rumänen etc. Diese Menschen verhinderten die Rückkehr der Juden in ihre besetzten Häuser.

Weder Russland noch Großbritannien anerkannten jüdische Flüchtlinge als besonders schutzbedürftig, und der Antisemitismus konnte in Osteuropa ungezügelt wüten. Doch in anderen westlichen Ländern, vor allem in den Vereinigten Staaten, waren leitende Stellen schockiert über die Bilder aus den Konzentrationslagern. Sie erkannten, dass sie in den Besatzungszonen Unterkünfte für Hunderttausende jüdische Flüchtlinge bereitstellen mussten, selbst in den gerade befreiten Konzentrations- und Todeslagern. Jüdische Soldaten, die in den alliierten Armeen dienten, sowie Rabbiner aus den USA und Großbritannien meldeten sich freiwillig, um sich der jüdischen Bevölkerung anzunehmen.

Im August 1945 errichteten die Amerikaner spezielle Lager für jüdische „Displaced Persons“ (DPs) und folgten damit der Empfehlung einer amerikanischen Untersuchungskommission, unabhängige DP-Lager für jüdische Flüchtlinge in der amerikanischen Besatzungszone aufzubauen, um die noch lebenden Überreste des jüdischen Volkes wiedereinzugliedern.

Während also Millionen anderer Flüchtlinge nach Osten in ihre Heimatländer aus der Vorkriegszeit unterwegs waren, zogen die Juden aus Osteuropa Richtung Westen in die amerikanische Besatzungszone und nach Süden an die Mittelmeerküste in Richtung Israel. Die Juden Frankreichs, Belgiens, Dänemarks und der Niederlande hatten mehr Glück, weil sie nach Hause zurückkehren und in ihrer alten Heimat wiedereingegliedert werden konnten.

Der Höhepunkt der jüdischen Migration in die westlichen Besatzungszonen Deutschlands kam im Juli und August 1946. Dies lag an der bevorzugten Behandlung, die jüdischen Flüchtlingen durch die Amerikaner zuteilwurde. Tatsächlich fanden mehr als 50 % aller jüdischen Flüchtlinge aus Europa in den Besatzungszonen Süddeutschlands und Österreichs eine Bleibe. Die Verteilung der jüdischen DPs in den verschiedenen Besatzungszonen Deutschlands sah wie folgt aus: 157.000 in der amerikanischen Zone, 15.000 in der britischen Zone, 2.000 in der französischen Zone, 10.000 in Österreich und 19.000 in Italien. Mit der Zeit kamen zusätzlich weitere Tausende jüdische Familien an und im Frühjahr 1947 lebten schließlich 250.000 Juden in den DP-Lagern.

Es gab Hunderte von DP-Lagern in Europa, manche bestanden aus gerade mal zwei Gebäuden. Mehr zu diesem Thema finden Sie, wenn Sie dem Link zu einer Google Maps-Karte folgen, welche die meisten DP-Lager in Deutschland, Italien und Österreich enthält: https://goo.gl/D79X8u

Das Schicksal der jüdischen DPs schien unklar. Demoralisierung und Apathie begannen um sich zu greifen.

Ein anderes Nachkriegsproblem war die Lokalisierung und Fürsorge für jüdische Kinder und Jugendliche, die in Klöstern und Konventen untergekommen waren oder ohne Eltern oder Angehörige auf den Straßen herumirrten.

Dieser Aufgabe nahmen sich die zionistischen Jugendbewegungen an: die Chalutz, Dror, Shomer Tzair, Brit Chaluzim Datiyim, Mizrachi, Pioneer Soldier Partisans, die Joint und die Jewish Agency.

Die Hauptmission dieser Organisationen war, nachdem sie die Kinder, die überall in Europa zerstreut waren, aufgespürt hatten, ihnen eine zionistische Erziehung im Geist der Pioniere zu geben, ihnen Hebräisch beizubringen, sie in Landwirtschaft und Handwerk auszubilden und für die Aliyah vorzubereiten – die Heimkehr nach Israel.

Die Kinder von Lindenfels

 

Darüber hinaus organisierten die Jugendbewegungen Schulen, religiösen Jeschiwa-Unterricht, Theater und sogar rabbinische Gerichte, deren Hauptaufgabe darin bestand, Eheschließungen durchzuführen und den Status von zahllosen Frauen zu klären, deren Ehemänner nach dem Krieg nicht mehr auffindbar waren. Die jüdischen Bewegungen veröffentlichten Zeitungen, und das jüdische politische Engagement erwachte zu neuem Leben. Viele Bewohner der DP-Lager und andere in Europa verbliebene Juden drückten ihren Wunsch aus, nach Israel auszuwandern.

Die folgenden Links führen direkt zu Präsentationen auf der Webseite von Yad VaShem, die den Alltag in einem DP-Lager beschreiben:

https://goo.gl/dDpohE
https://goo.gl/RKX5Sf

 

Im Frühjahr 1947 war die jüdische Leitung in Israel aus zwei Gründen in großer Sorge: zum einen wegen der Demoralisierung, die sich in den DP-Lagern breit machte, und zum anderen wegen der rückläufigen Einwanderungsrate. Ursache dafür waren die von den Briten eingeführten Beschränkungen, aufgrund derer nur 1.500 Einwanderungszertifikate pro Monat ausgestellt werden durften.

Für den bald zu gründenden jüdischen Staat waren die Holocaustüberlebenden eine wichtige Ressource.

Da die Belegung der DP-Lager in der amerikanischen Besatzungszone derart explodierte, nahm die Situation schließlich den Umfang einer Krise an, sogar innerhalb der stärksten Gruppen unter den Bewohnern, den Pionieren der Jugendbewegungen.

Ihr Zynismus wuchs und sie distanzierten sich immer mehr vom Pionierethos. Diese Krise verlangte drastische Maßnahmen vonseiten der jüdischen Leitung in Israel, um die Hoffnung in den Herzen der Lagerbewohner wieder zu entfachen.

Die Methode, für die man sich entschied, war, sich über das Britische Weißbuch (Verordnungen gegen jüdische Immigration) hinwegzusetzen und trotz der britischen Seeblockade vor der Küste Israels unter massiver Kraftanstrengung jüdische Immigranten ins Land zu bringen. Gerüchte verbreiteten sich in den DP-Lagern, dass die jüdische Leitung einen, wie es amerikanische Zeitungen beschrieben, „Massenexodus“ nach Israel vorbereitete, indem sie ein riesiges Schiff einsetzen würde, um die DPs aus den Lagern zu evakuieren. Diese Gerüchte wurden Ende Juni 1947 Realität. An Tausende von DPs erging die Aufforderung, sich nach Marseille an der südfranzösischen Küste durchzuschlagen. Gleichzeitig erreicht das amerikanische Schiff, die „President Warfield“, den Hafen von Sète, westlich von Marseille.

Tausende von DPs auf dem Weg nach Marseille

Die Deportiertenlager der Exodus in Deutschland

4.554 Displaced Persons befanden sich auf der “President Warfield”, die in „Exodus 1947“ umbenannt wurde, als sie sich der israelischen Küste näherte. Die meisten Immigranten kamen aus den DP-Lagern in Deutschland. Zu ihnen stießen jüdische Gruppen aus Nordafrika, Frankreich und Großbritannien. Gemäß der neuen Zurückweisungspolitik, die von den Briten auf die jüdische Immigration nach Israel angewendet wurde, deportierte man die Passagiere der Exodus auf drei Internierungsschiffen nach Port de Bouc in Frankreich. Als sie sich weigerten, dort von Bord zu gehen, wurden sie von den Briten nach Hamburg gebracht. Die Internierungsschiffe erreichten Hamburg zwischen dem 07. und 09. September 1947.

Die Internierten wurden mit Gewalt von den Schiffen geholt, indem ihre Quartiere an Bord mit Meerwasser geflutet wurden. Von dort wurden sie in Zügen mit vergitterten Fenstern zu den DP-Lagern Am Stau und Pöppendorf gebracht (siehe Karte). Diese Lager befanden sich in der britischen Besatzungszone nördlich von Lübeck. Nach einer über zweimonatigen Odyssee, zu Wasser und über Land, erreichten sie die Internierungslager ohne jegliche Habe nur mit dem, was sie auf dem Leib trugen. Die Briten gaben ihnen nicht einmal die kleinen Rucksäcke (begrenzt auf 10 kg pro Person) zurück, die sie mit sich genommen hatten, als sie die DP-Lager verlassen hatten, um in Sète an Bord zu gehen. Trotz aller Beteuerungen vonseiten der Briten waren die Internierungslager in Deutschland nicht angemessen darauf vorbereitet, die Deportierten in Empfang zu nehmen.

Den Grundplänen der DP-Lager nach zu urteilen war das „Am Stau“-Lager dazu gedacht, etwa 1.000 Internierte aufzunehmen, und Pöppendorf weitere 3.400. Die Realität war allerdings eine andere und einige Exodus-Internierte wurden nach Bergen-Belsen ins DP-Lager geschickt (ehemals ein Nazi-Vernichtungslager). Dieses lag ebenfalls in der britischen Besatzungszone.

Während des Zweiten Weltkrieges hatte Pöppendorf als Lager für russische Kriegsgefangene der Deutschen gedient. Nach dem Krieg diente das Lager als Kriegsgefangenenlager für deutsche / Nazi-Soldaten, die von den Alliierten festgehalten wurden. Zum Lager gehörten 56 Nissenhütten der britischen Armee, tunnelartige Wellblechhütten mit einer Länge von 10 mal 5,5 Metern. Zusätzlich gab es 14 größere Nissenhütten und 125 Zelte, jedes 3 Meter lang und für 5 – 6 Personen ausgelegt. Jeder Internierte erhielt ein Eisenbett, eine Strohmatratze und eine einfache Decke. Toiletten und Duschen waren für die Neuankömmlinge improvisiert worden. Es gab keinen Sichtschutz, Trennwände oder Türen, wenn mehrere Personen gleichzeitig die Räumlichkeiten nutzen wollten. Die Zelte waren für das Herbstwetter in Norddeutschland ungeeignet, also drängten sich die 2.717 Internierten von der „Runnymede Park“ und der „Ocean Vigour“ in den 70 Nissenhütten. Die meisten schliefen zu zweit in einem Bett und in 3 – 4stöckigen Stockbetten. Die 14 größeren Hütten, die 60 Personen fassen sollten, wurden von jeweils 130 Internierten bewohnt. Das Lager war mit Stacheldrahtzäunen umgeben und wurde von Wachtürmen aus bewacht.

Die Bedingungen im „Am Stau“-Lager waren ein wenig besser. 1.484 Internierte von der „Empire Rival“ wurden in diesem Lager untergebracht. Sie wohnten in Holzbaracken. Jeder Raum fasste 16 Personen in 2stöckigen Stockbetten. Vor der Ankunft der Internierten hatte das Lager als Übergangsstation für britische Soldaten gedient, weshalb die Lebensbedingungen besser waren als in Pöppendorf.

Die Beschwernisse der Reise und Organisation der temporären Lager in Frankreich vor Antritt der Seereise auf der Exodus, der Kampf gegen die Briten an Bord des Schiffes, der gemeinsame Widerstand gegen die Briten in Port de Bouc und der Widerstand bei der Räumung der Deportationsschiffe in Hamburg hatten sich als wahre Feuerproben erwiesen, welche die Passagiere der Exodus auf besondere Weise prägte. Andere illegale Einwanderer hatten diesen einmaligen „Hindernislauf“ so nicht erlebt.

Von der ersten Minute nach dem erzwungenen Verlassen des Schiffes in Hamburg an betonten die Internierten der Exodus ihren besonderen Status und sonderten sich von den anderen Displaced Persons in Deutschland ab. Sie führten neue Begrifflichkeiten für ihre alltäglichen Abläufe ein. Anstatt vom „Vorstand“ zu sprechen, benutzten sie das Wort „Sekretär“ für Repräsentanten ihrer jeweiligen internen Gruppen. Sie benutzen das Wort „Organisatoren“ anstelle von „Lagerpolizei“. Die Exodus-Internierten pflegten engagiert die ursprüngliche Absicht, mit der sie das Schiff betreten hatten. Ihr einziges Ziel war die Immigration nach Israel. Dieses Ziel vereinte sie, und sie ließen sich nicht kompromittieren, egal welcher politischen Anschauung sie auch waren. Bei ihrer Absonderung von den anderen DPs betonten sie ihre Einheit und ihren besonderen Status. Sie setzten sich so engagiert für den Erhalt ihrer Einheit ein, dass sie sogar die Abgesandten der verschiedenen jüdischen Organisationen aus Israel beschuldigten, die Gruppe in verschiedene Parteien zu spalten. Dies würde ihre Einheit und Moral beschädigen.

Als Mordechai Rosman, Repräsentant der Immigranten auf der Exodus und des Deportationsschiffes Runnymede Park, aus einem britischen Gefängnis, in dem er nach der erzwungenen Räumung des Schiffes festgehalten worden war, wieder nach Pöppendorf zurückkehrte, sagte er: „Heute ist das Allerwichtigste, die Zerstreuung der Exodus-Immigranten zu verhindern. Wir haben so viel gelitten, dass wir uns wie eine einzige große Familie fühlen. Politische Parteien und gesellschaftliche Gruppierungen sind fast vergessen und wir können nun als ein einziger Verband handeln.“

Mordechay Rosman in Pöppendorf

 

Die geeinte Leitung der Exodus-Immigranten agierte nicht nur nach innen, sondern übernahm auch die Kommunikation mit den Briten und den verschiedenen Hilfsorganisationen, wie beispielsweise mit dem Joint Distribution Committee. Das Joint brachte vorwiegend in drei Bereichen Hilfsgüter in die Lager: Nahrung, Kleidung und Gesundheitsfürsorge. In den ersten paar Wochen bevor die Hilfsgüter von Joint die Lager erreichten, war Kleidung extrem knapp, und die Internierten mussten Matratzen und Decken zerschneiden, um sich für die kalte Jahreszeit Kleidung zu nähen. Als Repräsentanten von Joint die beiden Lager „Am Stau“ und Pöppendorf erreichten, waren sie sehr beeindruckt vom Organisationsgrad und der Disziplin der Exodus-Immigranten.

Aviva Halamish schreibt in ihrem Buch „Exodus – The True Story“:

„Die Exodus-Immigranten mit ihrem heimlichen Versuch, nach Israel zu gelangen, waren sich ihres Selbstwertes als Fahnenträger des jüdischen nationalen Kampfes bewusst und der Heiligenschein des Heldentums leuchtete über ihnen. Sie organisierten ihr Leben in den Lagern sehr autonom, ohne dass sie sich abhängig fühlten…“

Niemand hätte den deutschen Winter in den beiden Lagern „Am Stau“ und Pöppendorf- überleben können angesichts der Lebensbedingungen und der improvisierten Unterkünfte dort. Die Briten schlugen den Lagersekretären vor, die Bewohner in andere Lager zu überstellen, die besser für die Überwinterung geeignet waren. Diese alternativen Lager waren Emden (bei Aurich) und Sengwarden (bei Wilhelmshaven). Nach einem Besuch dieser Alternativen und der Übergabe einer Liste mit reparaturbedürftigem Inventar in den dortigen Unterkünften stimmten die Lagersekretäre der Überstellung zu. Aber sie ließen die Briten wissen, dass diese Geste den Willen und die Ambition der Exodus-Immigranten, so bald wie möglich nach Israel zurückzukehren, nicht beeinflussen würde.

Der Transfer der Exodus-Immigranten in die neuen Lager begann am 2. November 1947, zwei Monate nach ihrer Zwangsdeportation nach Deutschland. Die Überstellung fand in Zügen in drei Gruppen statt.

Die Internierten aus Pöppendorf (die auf der Runnymede Park und der Ocean Vigour deportiert worden waren) kamen nach Emden, ein halbgeschlossenes Lager, das von britischen Soldaten bewacht wurde. Es handelte sich um eine ehemalige Kaserne der Wehrmacht.

Die Internierten aus „Am Stau“ (deportiert auf der Empire Rival) wurden nach Sengwarden gebracht.

Die Internierten kamen in den neuen Lagern in der extremen Kälte des deutschen Winters an. Sofort wurde klar, dass die Briten die Unterkünfte nicht gemäß der übergebenen Liste vorbereiten und reparieren konnten. Die Fenster waren zerbrochen, Toiletten und Heizöfen funktionierten nicht, es fehlte Mobiliar und um die Gebäude herum fand sich nur Schmutz und Dreck. Die Entbindungsstation war unbrauchbar, und Frauen, die in den Wehen lagen, mussten in die nächstgelegenen Städte Aurich und Wilhelmshaven gebracht werden, in über 30 km Entfernung.

Das Lager in Emden wurde in „Exodus-Lager“ umbenannt. Die Sekretäre der Immigranten verwendeten auf ihren Briefen einen runden Stempel, der den Namen des Schiffes auf Hebräisch und Englisch trug und das Bild eines Schiffes zeigte, das bewehrte Mauern durchbrach (siehe Illustration unten). Im Lager in Sengwarden wurde die Zeitung „BaDerech“ (dt. „Auf dem Weg“) herausgegeben, die ursprünglich auf der Exodus und später auch auf der Empire Rival erschienen war.

Stempel des Exodus-Immigrationssekretariats, nach einer Zeichnung von Hagai Geri, einem 12jährigen Jungen, der als Passagier auf der Exodus gewesen war. Am 17. Juli 1947, als die Erwachsenen Plakate entwarfen und den Rumpf des umbenannten Schiffes mit dem neuen Namen übermalten, zeichnete der Junge das Schiff, wie es die Blockade und die bewehrten Mauern durchbrach.

Da die Haganah den Deportierten der Exodus versprochen hatte, während das Schiff noch in Port de Bouc lag, dass sie die ersten sein würden, die nach Israel zurückkehrten, begann die Suche nach passenden Schiffen und Häfen für ihre Rückkehr bereits während sie sich noch auf ihrem Weg nach Hamburg befanden. Doch trotz des Mitleids, das die Franzosen gegenüber den Immigranten der Exodus gezeigt hatten, als sie zunächst von Frankreich aus in See stachen und dann wieder in den Deportationsschiffen zurückkamen, mussten die französischen Behörden unter dem Druck der Briten die Hafensicherheit verstärken und die Einschiffungsgenehmigungen schärfer kontrollieren.

Die jüdische Leitung in Israel tat alles dafür, dass die Exodus-Immigranten so bald wie möglich nach Israel ausreisen konnten. Ende Januar 1948 wurden 1.000 Immigranten aus den Exodus-Lagern evakuiert, indem sie Immigrationszertifikate verwendeten, die sie von den Briten erhalten hatten. Ende April 1948 verließen weitere 2.600 Bewohner die Lager, was fast zur endgültigen Schließung der Lager geführt hätte.

Die jüdischen Abgesandten aus Israel, welche die Exodus-Immigranten nach Deutschland begleitet hatten, halfen ihnen bei der internen Organisation und Selbstverwaltung. Dank der Unterstützung des Joint wurden sie bald nicht mehr gebraucht und kümmerten sich um andere Missionen in Europa. Nach der Verabschiedung der UN-Resolution am 29. November 1947, die das Britische Mandat in Israel beendete, änderte sich der Auftrag der jüdischen Abgesandten. Im Blick auf das Durcheinander und die Kämpfe mit den Arabern konzentrierten sich die Abgesandten der Sochnut, der Haganah und der Clandestine Immigration Foundation darauf, geeignete junge Immigranten auf den Kampf vorzubereiten und sie an Kriegsgeräten zu trainieren, während sie noch in Europa waren, sowie Waffen zu beschaffen und sie auf dem Seeweg nach Israel zu bringen.

Der Erwerb von Waffen war auch für die revisionistischen Organisationen eine Priorität, die unter dem Befehl der Etzel (nationale militärische Untergrundorganisation) standen. Viele der Exodus-Immigranten, welche die immer leerer werdenden Exodus-Lager verließen, kamen nach München in die großen DP-Lager rund um Sternberg. Dort wurden sie an Waffen geschult und zu Arbeitseinsätzen im großen Waffen- und Beschaffungsdepot der Etzel herangezogen, das sich auf einem Bauernhof bei Weilheim (Weilheim Oberbayern, Fischergasse 10) unweit der österreichischen Grenze befand. Den dort arbeitenden DPs war versprochen worden, dass sie auf der Altalena (benannt nach Jabotinsky’s Pseudonym) nach Israel ausgeschifft würden. Am 20. Juni 1948, bald nach der Ausrufung des israelischen Staates und der Gründung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte kamen schließlich 940 Immigranten an Bord der Altalena nach Israel. (Lesen Sie mehr unter folgendem Link: Altalena Affair.)

         Die brennende Altalena nach dem Bombenangriff bei Tel Aviv                                                Die Altalena-Medaille

Desinfektion mit DDT in Pöppendorf
Desinfektion mit DDT in Pöppendorf
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Plan von Pöppendorf
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Luftaufnahme von Pöppendorf
Luftaufnahme von Pöppendorf
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Nissen-Hütten in Pöppendorf.
Nissen-Hütten in Pöppendorf.
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Pöppendorf gezeichnet von Shalom Pinchuk
Pöppendorf gezeichnet von Shalom Pinchuk
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Bewohner von Pöppendorf
Bewohner von Pöppendorf
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Mordechay Rosman in Pöppendorf
Mordechay Rosman in Pöppendorf
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Mordechay Rosman in Pöppendorf
Mordechay Rosman in Pöppendorf
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Exodus-Immigranten in Emden
Exodus-Immigranten in Emden
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